Anschreiben für eine Lehrstelle – Tipps & Muster
Während der Lebenslauf deine reinen Fakten auflistet, zeigst du im Anschreiben (Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben) deine Persönlichkeit. Hier erklärst du dem potenziellen Lehrherren, warum du den ausgewählten Lehrberuf erlernen möchtest und wieso du genau in seiner Firma arbeiten willst.
Das perfekte Anschreiben hebt dich von den Standard-Bewerbungen ab. Verzichte also auf die Copy-Paste-Muster aus dem Internet (HR-Verantwortliche kennen diese auswendig) und nutze unseren Leitfaden für ein individuelles Bewerbungsschreiben.
Der Aufbau eines Bewerbungsschreibens
Briefkopf
Dein Name, vollständige Adresse, Telefon und E-Mail. Darunter kommen die Kontaktdaten der Firma und (wichtig!) der direkte Ansprechpartner, falls bekannt.
Datum & Betreffzeile
Wien, dd.mm.jjjj | Betreff: Bewerbung um eine Lehrstelle als [Beruf], Referenznummer: xyz (falls angegeben)
Anrede & Einstieg
Sprich den Ansprechpartner immer mit Namen an ('Sehr geehrte(r) Frau/Herr Müller'). Danach folgt sofort der Grund deiner Bewerbung - verzichte auf 'Hiermit bewerbe ich mich...'. Starte originell.
Hauptteil: Warum DIESER Lehrberuf?
Zeige auf, was dich an der Tätigkeit fasziniert. Verbinde deine Stärken oder Vor-Erfahrungen (Schnuppern, Hobbys) mit den Anforderungen des Berufs.
Hauptteil: Warum DIESE Firma?
Hier zeigst du, dass du auf der Homepage warst und dich informiert hast. Was gefällt dir an der Firma besonders gut?
Abschluss & Grußformel
Ein selbstbewusster Schlusssatz (Bitte um Vorstellungsgespräch / Probearbeiten), gefolgt von 'Mit freundlichen Grüßen' und deiner Unterschrift.
Muster-Formulierungen (Bausteine)
Gute Einleitungen
- "Auf der Webseite XYZ habe ich gesehen, dass Sie für September engagierte Lehrlinge suchen. Da ich meine Zukunft genau in diesem Bereich sehe, bewerbe ich mich bei Ihnen."
- "Bereits bei den berufspraktischen Tagen durfte ich erste Eindrücke im Verkauf sammeln. Nun möchte ich meine Ausbildung in diesem Bereich starten."
- "Sie sind in Wien bekannt für Ihre hochwertigen Elektroinstallationen. Genau diesen hohen Qualitätsanspruch möchte ich während meiner Lehre bei Ihnen erlernen."
Die Begründung für den Beruf
- "Technik fasziniert mich seit meiner Kindheit. Ich repariere in meiner Freizeit oft Fahrräder oder kleine Haushaltsgeräte. Die Lehre zum Metalltechniker ist daher mein absoluter Wunschberuf."
- "Der direkte Kontakt mit Kunden und beratende Tätigkeiten machen mir großen Spaß. Dies konnte ich auch bei meinem Schulprojekt zur Spendenaktion unter Beweis stellen."
Schlusssätze
- "Gerne möchte ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation überzeugen."
- "Ich stehe Ihnen auch vor Ausbildungsbeginn sehr gerne für ein paar Probearbeitstage zur Verfügung und freue mich auf Ihre Einladung."
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Häufige Fehler im Anschreiben
Vermeide diese 4 Fehler:
- Der Serienbrief-Fehler: Das Anschreiben klingt, als hättest du es blind an 20 Firmen verschickt, weil der Text viel zu allgemein ist (kein Firmenbezug).
- "Ich verlange..."-Ton: Sei selbstbewusst, aber nicht arrogant. Ein Ausbildungsbetrieb investiert Zeit und Geld in dich. Zeige Lernbereitschaft.
- Rechtschreibfehler: Der Killer schlechthin (Tipp: Lass den Text immer von Erwachsenen checken).
- Falscher Ansprechpartner: Wenn in der Stellenausschreibung Herr Müller steht, du aber "Sehr geehrte Damen und Herren" schreibst, zeigt das mangelnde Genauigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Der Lebenslauf listet deine Daten, Zeugnisse und Erfahrungen objektiv in Tabellenform auf (Fakten). Das Anschreiben (Motivationsschreiben) erklärt in Textform, WARUM du genau diesen Beruf lernen möchtest und WIESO du dich bei genau DIESER Firma bewirbst (Motivation).
Das Anschreiben für eine Lehrstelle sollte maximal eine DIN A4-Seite umfassen (ca. 250 bis 350 Wörter). Es muss schnell lesbar sein und sofort zum Punkt kommen.
Vermeide den langweiligen Standard-Satz 'Hiermit bewerbe ich mich um...'. Starte lieber spannend: 'Auf der Suche nach einer Ausbildung, bei der ich mein technisches Interesse und handwerkliches Geschick einsetzen kann, bin ich auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.' Da weiß der Personaler sofort, worum es geht.
Ausbilder wollen keine Bewerber, die 100 gleiche Bewerbungen an Firmen verschicken ('Serienbrief'). Wer konkret erklärt, warum er zu Firma X will (z.B. wegen spezifischer Produkte, gutem Image, Nähe zum Wohnort), beweist echtes Interesse.
Zeige dich zuversichtlich: 'Über eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch freue ich mich.' oder 'Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meiner Motivation.' Danach folgen Grußformel und Unterschrift.